Wiler Zeitung , 12. Dezember. 2007

Kuchen, Kinder und Pakete

Ruth und Martin Böhi betreuen seit 20 Jahren Seite an Seite die Kundschaft im Spar in Wilen

Wilen. Seit 30 Jahren sind Ruth und Martin Böhi verheiratet und ein Team. Sie durften dieses Jahr mit dem Spar in Wilen das 20-Jahr-Jubiläum feiern.
Monique Stäger
Ihre Wurzeln haben die beiden im Hinterthurgau. Martin Böhi stammt aus Fischingen, seine Frau Ruth ist in Bichelsee aufgewachsen. Mittlerweile können Böhis auf 30 Ehejahre und fast ebenso viele Jahre gemeinsamen Schaffens zurückblicken.
Als gelernter Bäcker-Konditor wollte sich Martin Böhi schon in jungen Jahren mit einem eigenen Betrieb selbständig machen. Die jungen Eheleute zogen deshalb nach Bern, wo Aussicht auf die Übernahme eines Betriebes bestand. Nach zwei Jahren kristallisierte sich dort jedoch eine anderer Nachfolgeregelung heraus, daraufhin übernahmen Böhis den Volg-Laden im aargauischen Würenlingen.



Alles zur selben Zeit

«Das war damals eine ziemlich strube Zeit», erinnert sich Martin Böhi heute. «Meine Frau, die gelernte Verkäuferin ist, musste im Laden mithelfen und schaffte es auch noch, die Kinder zu versorgen.» Drei Söhne nahmen in dieser Zeit die junge Mutter in Anspruch, dazu der Haushalt und der Laden. Just zu diesem Zeitpunkt drückte der Ehemann die Schulbank und absolvierte berufsbegleitend die Handelsschule. «Ich frage mich heute, wie wir dies damals alles gepackt haben», schmunzelt der Geschäftsmann. Nach rund sechs Jahren packte die Familie erneut die Koffer und kehrte zurück in die Ostschweiz. «Wir bekamen eine Anfrage, ob wir den Spar in Wilen übernehmen möchten und entschieden uns für eine Heimkehr in den Thurgau», erklärt Martin Böhi.

Halbes Dutzend am Tisch

Der Spar wurde mit Backwaren aus einer Wiler Bäckerei beliefert, eine Situation, die dem Bäcker Böhi jedoch nicht behagte. «Lieferung und Qualität waren für mich nicht überzeugend, so entschlossen wir uns, wieder eine zusätzliche Backstube zu betreiben», so Böhi.
Die Familie war unterdessen noch um ein Kind mehr angewachsen, Tochter Andrea machte das halbe Dutzend an Köpfen am heimischen Familientisch voll. Die umtriebigen Geschäftsleute ergriffen die Gelegenheit zur Erweiterung der Tätigkeiten, als für den Maxi im Wiler Südquartier ein neuer Mieter gesucht wurde. Ein einzelner Laden in der Grösse, wie es der Spar in Wilen ist, sei für eine abgesicherte Existenz heute zu klein, zu gross sei das Risiko, wenn er oder seine Frau krank würden, oder auch mal in die Ferien wollten, erkannte Böhi.

Pakete und Aktiengesellschaft

Mittlerweile ist die Firma Böhi um einen weiteren Betrieb angewachsen. Der Maxi in Gähwil stand kurz vor der Schliessung. Böhis fungierten als Rettungsanker für diesen Dorfladen, der in Einzelexistenz keine Zukunft mehr hatte. Mit der integrierten Postagentur in einem Lebensmittelgeschäft betraten Böhis Neuland. Sie mussten eine Aktiengesellschaft gründen, da die Post nur mit juristischen Personen zusammen arbeitet.
In der Zwischenzeit ist auch dies geschafft, das Personal geschult und die Einkaufsmöglichkeit sowie die Postagentur für die Gähwiler gerettet. «Wir haben unsere Tätigkeiten in den letzten 20 Jahren viermal umorganisiert, bis jeweils wieder alles läuft, gehen die Jahre ins Land», meint der Chef schmunzelnd mit Blick auf das 20-Jahr-Jubiläum, das er und seine Frau kürzlich mit dem Spar in Wilen feiern durften.
Die Geschäfte haben die beiden so organisiert, dass sich Ruth Böhi um den Laden kümmert, während ihr Mann in der Bäckerei sein Refugium hat. Personal und Administration liegen ebenfalls in seinen Händen. Ein ordentliches Pensum zwar, doch hat Martin Böhi eine rechte Hand, die ebenfalls zupackt. Roman, der zweitälteste Sohn ist in die Fussstapfen des Vaters getreten und hat ebenfalls den Beruf des Bäcker/Konditors ergriffen.
Für rund 16 Arbeitsstellen zeichnen Böhis heute verantwortlich. Um einen Betrieb in dieser Grösse führen zu können, braucht es Freiräume, in denen die Batterien aufgetankt werden können. «Wir haben zwar das ganze Jahr über geöffnet, doch unsere Leute arbeiten selbständig, wir können also getrost auch in die Ferien verreisen», erklärt Ruth Böhi. Auch der Feierabend sei für das Privatleben reserviert, bestätigen die beiden.

 
   
 
 
     
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