Thurgauer Zeitung, 26. Feb. 2005

«Das Angebot annehmen»

Martin Böhi eröffnet dieses Wochenende den Dorfladen in Gähwil.
Ein Dorfladen kann nur existieren, wenn sein Angebot auch von der Bevölkerung genutzt wird. Nach einer Schliessung nichts tun als jammern hilft niemandem.
CHRISTOPH OKLÉ

Weniger als einen Monat nach der Schliessung des Volg-Ladens kann sich die Gähwiler Bevölkerung wieder im Dorf mit über 2000 Artikeln des täglichen Bedarfs und täglich frischen Backwaren aus der eigenen Bäckerei eindecken. Zu verdanken haben sie dies Martin Böhi, der in Wilen eine Bäckerei und eine Spar- Filiale und in Wils Süden einen Quartierladen betreibt. Gestern Freitag eröffnete der innovative Bäcker und Detaillist mit seinem Team - Emmi Häne, Jutta Brändle und Theres Herzog - den neuen Gähwiler Dorfladen. Gefeiert wird mit einer Gratisverlosung.

Für gesunde Strukturen
Jedes Mal, wenn er in den Medien von der Schliessung eines Kleinbetriebes erfahre, interessiere es ihn, erklärte Martin Böhi am Eröffnungsapéro vom Donnerstagabend, zu dem Vertreter von Politik und Wirtschaft sowie das Personal eingeladen war. Der in der Au «ennet diesem Hügel» Aufgewachsene wies darauf hin, dass früher einmal alles in einem Dorf vorhanden gewesen war, was positiv zur Gemeinschaft beigetragen habe. Was die immer zunehmende Landflucht etwa zur Folge habe, zeige sich beispielsweise in Wil, wo der Verkehr mindestens einmal pro Tag vollständig zum Erliegen komme. «Gesunde Strukturen in den Dörfern sind wichtig», betonte er, denn nur mit solchen könnten Dörfer auch überleben. Als er von der Schliessung des Ladens erfahren habe, sei er mit verschiedenen Leuten ins Gespräch gekommen und habe dabei erfahren, dass ein Dorfladen hier Sinn mache. Auf die Frage, warum er ausgerechnet hier den Dorfladen weiterführen solle, nachdem sich gezeigt habe, dass dies gar nicht funktioniere, wies Böhi darauf hin, dass dank der Nutzung von Synergien Kosten gesenkt werden könnten. Allerdings sei auch die Bevölkerung gefordert; denn nur einen Laden im Dorf zu wollen, ihn dann aber nicht zu benutzen, gehe nicht auf. Als einen der Vorteile bezeichnete es Böhi, dass er mit den drei Frauen bewährte Kräfte habe verpflichten können. Angesprochen auf die Situation in Dietschwil, wo der Volg-Laden ebenfalls geschlossen worden war, meinte er, dass er sich erst mal intensiv um sein neues Geschäft in Gähwil kümmern werde, und dann sehe man weiter.

Nicht nur jammern.
Gemeinderat Albert Schmid gratulierte Böhi zu dessen Mut, und zeigte sich «zuversichtlich, dass hier alles gut kommt». Ins Stammbuch der Gähwilerinnen und Gähwiler schrieb er, dass alles Engagement von Leitung und Personal nichts nütze, «wenn wir dieses Angebot nicht annehmen». «Hinterher jammern über die Schliessung des Dorfladens bringt nichts», erklärte Schmid, der selber Unternehmer in Gähwil ist. Die Bevölkerung trage nun selber die Verantwortung, damit es nicht wieder so weit komme, indem sie dessen Angebote auch nutze. Seine Innovationsfreudigkeit stellt Böhi auch mit dem Aufschalten einer Website unter Beweis. Auf www.Böhi.ch informiert er die Kundschaft über das Angebot im Laden wie auch über Aktionen.

 
   
 
 
     
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